Konzeption freie Schule

 

Ziele

Die Kinder sollen die KiTa als eine Gemeinschaft kennenlernen, fast so eine Art „zweite Familie“, in der sie das „Wir-Gefühl“ miteinander stärken können. Die KiTa soll eine familienergänzende Einrichtung sein.

Die Kinder können aus eigenen Erfahrungen Selbstständigkeit erlernen. Dies passiert z.B. durch die nicht vorhandene typische Kindergarteneinrichtung. Wir besitzen keine kleinen Tische, Stühle und Toiletten. Hilfsmittel wie z.B. Hocker, Trip-Trap-Stühle, etc. sind vorhanden. Die Einrichtung gleicht eher einem Zuhause.

Die Kinder sollen einen Bezug zu Lebensmitteln und Lebensmittelherstellung bekommen. Sie werden beim Einkaufen und Kochen miteinbezogen. Sehr wichtig ist uns rund um das Essen die Nachhaltigkeit der Lebensmittel (bio, regional, saisonal).

Die Kinder werden durch regelmäßige Ausflüge (Parks, Spielplätze, Theaterbesuche, Museumsbesuche, usw.) in sämtlichen Bereichen (sozial, emotional, motorisch, kognitiv) gefördert. Durch eigenständiges Gehen der Kinder während Ausflügen (keine „Hand-in-Hand Zweierreihen“), achten die Kinder gemeinsam mit den „Begleitern“ auf den Verkehr und die Ausfahrten. Somit lernen sie schon früh Gefahren zu erkennen und sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten.

 

Rolle der Kinder

Jedes Kind hat das Recht auf Individualität und freie Entfaltung. Es bekommt die nötige Zeit um sich in sämtlichen Bereichen zu entwickeln. Jedes Kind besitzt einen anderen Entwicklungsweg! Es kommt als eigenständiges Wesen zur Welt, mit eigenen inneren Strukturen. Die Kinder dürfen so sein wie sie sind!

Die Kinder haben einen Freiraum für Selbstbestimmung. Sie besitzen das Recht ihre Gefühle und Bedürfnisse frei zu äußern. Diese werden von uns „Begleitern“ wahr und ernst genommen. Ebenfalls haben sie das Recht auf Grenzerfahrungen (Grenzen einhalten und Grenzüberschreitungen).

Streiten ist erlaubt! Die Kinder dürfen streiten und Konflikte so weit wie möglich selbst lösen. Wir „Begleiter“ halten uns zurück, werden zum aufmerksamen Beobachter. Die Kinder können gut einschätzen, wie weit sie selbstständig Konfliktsituationen lösen können. Jedoch klappt das natürlich nicht immer! Deshalb bieten wir „Begleiter“ den Kindern an, bei der Lösung des Problems behilflich zu sein.

Die Kinder sind altersbedingt „Mitbestimmer“ bei der Organisation, Planung und Umsetzung des Kindergartenalltags. Grenzen und Regeln werden mit den Kindern gemeinsam besprochen, umgesetzt und so weit wie möglich eingehalten.

Die Kinder dürfen sich in der KiTa auch langweilen. Sie werden nicht mit einer Flut von Angeboten überhäuft. Durch Langeweile entsteht oft Kreativität!

Groß lernt von Klein, Klein lernt von Groß! Durch die altersgemischte Gruppenstruktur (1-6 Jahre) lernen die Kinder sehr viel voneinander! Mit „Groß“ sind nicht nur die älteren Kinder gemeint. Auch als Erwachsener kann man viel von Kindern lernen.

Die Art und Dauer der Eingewöhnungszeit wird auf das Kind und dessen Eltern abgestimmt. In der Regel beträgt diese etwa 14 Tage. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich die gesamte Familie wohlfühlt, den „Begleitern“ vertraut und wenn alle bereit sind sich ohne enormen Trennungsschmerz zu verabschieden.



 

Rolle des Erwachsenen

Der Erwachsene nimmt gegenüber dem Kind keine übergeordnete Rolle ein, sondern begegnet ihm auf Augenhöhe.
Der Erwachsene bindet das Kind in sämtliche Alltagssituationen ein. Von den Erwachsenen lernt das Kind z.B. einzukaufen, wird dabei aber auch in Situationen beschützt, die es alleine noch nicht bewältigen kann, z.B. auf dem Weg zum Supermarkt im Straßenverkehr.

Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern

Die Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind ist individuell. Menschen sind zum einen unterschiedlich und reagieren deshalb auf Situationen des Alltags verschieden. Zum anderen verhält sich der Mensch nicht immer gleich, mal geht es ihm gut, mal nicht so gut. Kommt ein Mensch mit einer bestimmten Situation nicht zurecht, so setzt er eine persönliche Grenze und begründet dies. Kinder wie Erwachsene sind in der Lage, die persönlichen Grenzen der anderen zu hören und im Idealfall auch zu respektieren.

Beziehung von Erwachsenen untereinander

Die Erwachsenen vertrauen sich untereinander und sprechen Probleme offen an. Wichtige Entscheidungen werden transparent an alle kommuniziert.

Begleiter statt Erzieher, Eltern als Begleiter

Die Erwachsenen begleiten die Kinder im Kita-Alltag vielmehr, als dass sie sie erziehen. Die Kinder haben hier die Möglichkeit ihre Zeit frei zu gestalten, gemeinsame Aktivitäten entstehen aus den Bedürfnissen der Kinder. Wir ziehen deshalb die Benennung „Begleiter“ der Benennung „Erzieher“ vor. Eltern werden zu Begleitern, wenn sie sich in der Kita aufhalten.

Sozialgefüge

Die freie Schule ist ein Raum für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Dadurch entsteht eine Art Großfamilie, in der alle gleichgestellt sind: Kinder, Eltern, das Team, aber auch Ehemalige und Gäste. Die Eltern sind ausdrücklich und jederzeit willkommen.

Engagement

Wir sind eine Elterninitiative. Das bringt selbstverständlich auch Pflichten mit sich: Alle sechs Wochen findet ein verbindlicher Elternabend statt. Außerdem waschen wir im Wechsel die Wäsche, putzen am Wochenende oder übernehmen Elterndienste.

Regeln

Regeln sind nötig damit das Leben in einer Gemeinschaft funktioniert. Sie reglementieren die Gemeinschaft aber nicht, sondern sind vielmehr nachvollziehbar für alle Beteiligten. Regeln sind nicht absolut; sie entstehen und können wieder aufgehoben werden. Machtmissbrauch wird vermieden, soweit er bewusst gesteuert werden kann.


Ziel

Peace Love Harmony

 

 

 

Unser Konzept ist über den Zeitraum von 30 Jahren gewachsen. Ältere Versionen, die wir nach wie vor wichtig finden und die ebenfalls für uns gelten, könnt ihr lesen, wenn ihr hier und hier klickt.